Lied
Wenn ich singe, bin ich "in tune" mit allem . Musik ist der rote Faden in meinem Leben, der nie gerissen ist. Es gibt nichts was Menschen mehr verbindet als miteinander zu singen. Es gibt keine universellere Sprache als Klang.
Harvestmoon - Die Band
Phil Yersin | cello and voice
Rose Marie Gasser Rist | voice and percussion
Matthias Rist | guitar, voice and bluesharp
Andy Weber | piano and voice
Mitsinganlässe in Romanshorn

Mitsinganlässe auf dem Peacewalk 2026
Der Peacewalk ist ein kollektiver Sternenmarsch von Europa nach Jerusalem/Al-Quds auf dem längsten Friedensweg der Welt. Die Grassrootbewegung quert im Juni 2026 die Schweiz. Auf der Strecke leite ich drei Singevents an:
Montag, 1. Juni | Lausanne
Donnerstag, 11. Juni | Flüeli-Ranft
Mittwoch, 24. Juni | Oberriet SG
Donnerstag, 25. Juni | Grenze Österreich mit Johannes Aschauer, Begründer Jerusalemweg
Aktuelle Informationen auf der Schweizer Route des Peacewalkes.
Meine Geschichte mit der Musik und dem Singen
Mit Schlagern, Marschmusik und Lumpenliedern war im Haus meiner Kindheit immer Musik. Meine sanfte Stimme ging im Lärm des Bauernbetriebs meist unter, aber das störte mich nicht. Einzig, Klavierspielen hätte ich gerne gelernt. Doch dafür hatten meine Eltern kein Gehör. Sie meinten, ich würde wie alle vier älteren Geschwister eh wieder mit dem Instrument aufhören und es wäre nur Geldverschwendung. Mir blieb das Lied auf den Lippen. Manchmal bekam es die Katze auf dem Schoss oder die Spatzenschar vor dem Balkon meiner Patin, meiner improvisierten Bühne, zu hören.
In der Schule lobten die Lehrer mein Sprachtalent und die Klarheit meiner Stimme. Durch sie ermutigt, schrieb und sang ich erste Lieder. Mit der Pubertät wurden Scham und Scheu jedoch lauter als meine Stimme. Obwohl ich insgeheim immer damit liebäugelte, selber auf der Bühne zu stehen, fühlte ich mich als Groupie der Schülerband am sicheren Ort. Jahrelang himmelte ich Jungs an, die mit drei Akkorden auf der Klampfe einen auf Bruce Springsteen machten. Ich blieb still im Hintergrund. Auf der Frachtschiffsreise von Hamburg nach Sydney lernte ich von einem polnischen Matrosen Gitarrenspielen. Ich war hell entzückt, mich endlich selbst begleiten zu können und mit den Matrosen Beatles-Songs, polnische und Schweizer Volkslieder zu singen. Kaum war ich zurück in der Schweiz, kehrte meine Schüchternheit zurück.
Mit Mitte zwanzig erschien mir Frank Sinatra im Traum. Er zerrte mich hinter dem Vorhang auf die Bühne und hiess mich: "Sing! Nimm endlich deinen Platz ein!" Gesangsstunden ermutigten mich, über meinen Schatten zu springen und meine Unsicherheit zu überwinden. Durch Fügung kam ich als Backgroundsängerin zu meiner ersten Band in einer Kleinstadt. Sicher fühlte ich mich nicht. Aber es war eine coole Zeit und es war toll, nicht mehr nur im Publikum zu stehen. Die Bandformationen wechselten und als ich Mama wurde, passte das Partyleben nicht mehr zu mir.
2000 kam Matthias. Unsere Stimmen und unser Songwriting passte zusammen. Aber nicht nur das. Seit fünfundzwanzig Jahre begleiten wir uns nun im Gesang und im Leben. Wir machen Musik, wo und wann es uns grad passt. Wir komponierten seither über einhundert Lieder in verschiedenen Sprachen. Zur Windelzeit unserer Kinder nahmen wir die Songs auf einem improvisierten Tonstudio auf dem Bügelbrett auf. Mitmusiker kamen und verabschiedeten sich wieder. Andy am Piano und Cellist Philippe sind nun schon mehrere Jahre treue Bandbuddies bei Harvestmoon.
Unsere Kinder - ein Mädchen und zwei Jungs - sind inzwischen erwachsen. Letztes Jahr stand alles im Zeichen des Neuanfangs, bis mich ein verdrängtes Trauma "hinterhältig" einholte: Mir versagte die Stimme bei Konzerten und bei den Aufnahmen der Podcast-Produktion der Briefe. Da ich zeitgleich am Biografie-Workbook schrieb, wurde mir klar, dass es höchste Zeit war, meine eigene Geschichte aufzuarbeiten. Was ich aus Erzählungen wusste, erlebte ich in therapeutischer Begleitung noch einmal physisch: Atem- und Erstickungsnot als Säugling. Gleich nach der Geburt erkrankte ich an Keuchhusten und schwebte zwischen Leben und Tod, weil ich keine Luft bekam. Meine Ankunft ins Leben war ein Ringen. Daran erinnerte sich mein Zellgedächtnis 2025 beim öffentlichen Sprechen und Singen heftig. Auf der Bühne keinen Ton herauszubringen ist äusserst unangenehm.
Um der Heilung und Integraton allen Raum zu geben und um mir klar zu werden, ob ich mein Lied überhaupt noch öffentlich singen möchte, habe ich mir ein paar Monate Auszeit von öffentlichen Auftritten geschenkt. Jetzt kehrt die Lust zurück und im kleinen Kreis erlebte ich aufs Neue, wie grossartig es ist, mit Menschen zu singen. Die ersten öffentlichen Mitsinganlässe nach der Pause finden im Rahmen des Peacewalkes statt. Wie Biografiearbeit wirkt, besagen die Worte eines indigenen Weisen: Der erste Frieden fängt bei sich selbst an, der zweite zwischen einzelnen und der dritte unter den Völkern.
Von Black Elk / Ältester, Oglala-Lakota (1863-1950):
Der erste Friede, der wichtigste, ist der, welcher in die Seele des Menschen einzieht;
wenn Menschen ihre Verwandtschaft, ihre Harmonie mit dem Universum einsehen und wissen,
dass im Mittelpunkt der Welt das große Geheimnis wohnt.
Und dass diese Mitte tatsächlich überall ist. Sie ist in jedem von uns.
Dies ist der wirkliche Friede.
Alle anderen sind Spiegelungen davon.
Der zweite Friede ist der, welcher zwischen einzelnen geschlossen wird.
Und der dritte Friede ist zwischen den Völkern.
Doch vor allem sollt ihr sehen, dass es nie Frieden zwischen den Völkern geben kann,
wenn nicht der erste Friede vorhanden ist, welcher innerhalb der Seele wohnt.
